Abmahnung Urmann + Collegen

Allgemein

Zahlreiche Mahnungen von Urmann + Collegen wegen Streaming von Filmen auf Redtube.
Mehr als zehntausend Internetuser haben vor einigen Tagen Abmahnungen mit Unterlassungserklärung von der Anwaltskanzlei Urmann + Collegen erhalten und müssen 250 Euro an die schweizerische Firma The Archive zahlen.
Auf dem Internet-Portal für pornografische Videos RedTube soll durch das Ansehen von den Videos „Glamour Show Girls“, „Amanda’s Secrets“, „Dream Trip“ und „Miriam’s Adventures“ gegen das Recht auf den Schutz geistigen Eigentums verstoßen worden sein. Die Mahnungen wurden realisiert durch einen Entschluss des LG Köln, welches der Deutsche Telekom keine andere Möglichkeit ließ, als die Daten der Kunden von mehreren tausend betroffenen RedTube-Besuchern bekannt zu geben.

Es ist nicht eindeutig geklärt, ob das Anschauen eines eines Films mit pornografischen Elementen auf der Porno-Seitegenerell illegal ist. Die Mahnung ist erst dann rechtskräftig, wenn der Porno-Konsument das Video auf der Harddisk speichert und auf diese Weise kopiert. Beim Streaming werden die verschiedenen Sequenzen des Films lediglich kurzzeitg auf der Festplatte eingespeichert. Nach dem zeitpunkt, dass die gespeicherte Abfolge angezeigt wurde, wird der Zwischenspeicher vernichtet und überarbeitet. Dass dies bereits gegen Geistiges Eigentum verstößt und abmahnbar ist, wurde jedenfalls vor Gericht bisher nach wie vor nicht registriert.

Realisierung der IP-Ermittlung ist ein Rätsel
Nicht weithin bekannt ist bis heute, auf welche Weise Urmann und Collegen an die IP-Adressen der Stream-Gucker herankamen. Technisch ist dieses zum Beispiel mittels des Registrierens der Adressen durch den Betreiber der pornografischen Internetseite erdenklich. Dieser hat seinen Wohnsitz allerdings in den Vereinigten Staaten und vermutlich geringes Anteilnahme an einer Ermittlung seiner Besucher.

Bedenklich ist unter anderem, in wie weit Richter Provider verpflichten durften
Durch einen Fehler des LG Köln konnte die Kanzlei Urmann und Collegen (U+C) nun ungeachtet tausende Porno-Mahnungen verschicken.
Die U+C Rechtsanwälte organisierten sich die IP-Adressen, die die umstrittenen Porno-Filme auf der Pornoseite angeschaut haben und legten jene dem LG Köln mit einem Auskunftsersuchen vor. Ein Richter des LG Köln erließ im Folgenden einen Gerichtsbeschluss, der die T-Online zwingt, die Adressen der RedTube Benutzer offenzulegen. Der Kölner Richter ging aber bei RedTube von einer Tauschbörse aus, bei welcher User Filme aufzeichnen und eigenhändig zum Herunterladen bereitstellen. Durch der Internetseite können die Pornos allerdings lediglich im Netz gesehen werden. Wegen dieser Nachlässigkeit gelangen U+C an tausende Daten von Deutsche Telekom AG-Kunden. Diese nutzen sie umm eine Abmahnwelle rollen lassen zu können. Dass die Juristen womöglich nicht dem Recht entsprechend an die Kontaktdaten der RedTube-Benutzer herangekommen sind, schadet diesen Abmahnungen jedoch kein bisschen. Auf welche Weise auch immer  die Daten erfahren wurden, diese können aber verwendet werden.

Weitere Abmahnungen stehen in Aussicht
Laut Statement des Juristen Urmann sei man voller Zuversicht, dass in Kürze weitere Mahnungen abgeschickt werden könnten. „Wir werden für unseren Mandanten weiterhin das Streaming seiner Produkte abmahnen (…)“, so Thomas Urmann, der den Betreiber von der Pornoseite bei den Mahnungen vertritt.

Informationen über das Gerichtsverfahren zur Ermittlung der IP-Adressen schwieg Urmann in einem Gespräch mit dem Spiegel.
Auf jeden Fall spricht vieles dafür, mit einem wahrscheinlich erfolgreichen Widerspruch gegen die Mahnung von Urmann + Collegen zu reagieren..
Die betroffenen Nutzer des Streamingportals haben nun wenigstens die Option, Klage gegen die Auskunftsbeschlüsse des LG Köln zu erstatten. Mit einigen tausend Beschwerden wird das Gericht dann womöglich einige Zeit brauchen.

http://www.kanzlei-wrase.de/gegnerliste/abmahnung-u-c-rechtsanwaelte/